Da ich den Prozess mindestens genauso wichtig finde wie das Ergebnis, möchte ich hier einen Einblick teilen. Das alte Handwerk entschleunigt im Alltag und ist für mich wie Meditation. Von der ersten Skizze bis zur fertigen Skulptur brauche ich viel Geduld, was im heutigen schnelllebigen Leben oft vernachlässigt wird. Diese Energie soll durch meine Skulpturen vermittelt und gespeichert werden.
Zu Beginn jeder Skulptur erstelle ich mehrere Skizzen. Diese sind meist in Originalgröße zu der Skulptur und zeigen verschiedene Ansichten und Details. Anschließend wird für schwierige Skulpturen (komplizierte Posen) ein Modell aus Modelliermasse erstellt. So kann ich von 2D in 3D umdenken und mögliche Unklarheiten ausschließen.
Dann kann es schon los gehen mit der Holzbearbeitung. Eventuell wird der Holzklotz (meist Linde) zugesägt und dann grob mit großen Schnitzeisen bearbeitet. Je nach Inhalt und Größe der Skulptur kann der Prozess des schnitzens von 5 Stunden bis zu mehreren Wochen reichen.
Gerne bringe ich meine fertigen Skulpturen zum leben, indem ich diese mit Aquarellfarben bemale. Ich mag es, wenn die einzigartige Holzmaserung noch zum Vorschein kommt.